Berichte der Azubis

Ausbildung früher und heute.

Von Farina Körtge, 2. Ausbildungsjahr.Anja Bullack

Ich habe mir die Frage gestellt, ob und wie sich im Laufe der Jahre die Ausbildung verändert hat.
Dazu habe ich Claudia Scharf und  Anja Bullack in einem Interview Fragen zu ihrer Ausbildungszeit gestellt.

Claudia Scharf hat ihre Ausbildung noch bei der Samtgemeinde Hitzacker (Elbe) gemacht.
Anja Bullack ist seit 2015 ausgelernt.

Hier findet ihr die beiden Interviews:

Wann hast du deine  Ausbildung absolviert?

Claudia: Meine Ausbildung habe ich von 1982 bis 1985 gemacht.

Anja: 2013 habe ich meine Ausbildung begonnen, 2015 wurde ich dann fertig.

Welcher Bereich hat dich dort am meisten interessiert?

Claudia: Ich war wirklich gerne im Bauamt. Die Arbeit und die Kollegen waren sehr angenehm.   

Anja: Besonders gut hat es mir im Einwohnermeldeamt gefallen.

Wie lief die Ausbildung ab?

Claudia: Anders als heute gab es sehr wenige technische Hilfsmittel. Das kann man sich heutzutage gar nicht mehr vorstellen. Wir hatten keine Computer oder Faxgeräte. Somit musste man auch immer den Postweg mit einberechnen wenn man wichtige Daten verschicken musste. Auch der Kopierer war eine Nummer für sich. Mehr als fünf Kopien waren nicht drin. Somit war alles sehr sehr zeitaufwendig.
Auch das Telefonieren funktionierte nur mit Einschränkungen. Ortsgespräche waren kein Problem, wollte man jedoch auswärts ein Gespräch führen, musste man erst einmal freigeschaltet werden. Das war immer sehr aufwendig. Wir haben mit Schreibmaschinen gearbeitet. Da konnte man einen Fehler nicht einfach löschen, dann musste man komplett neu anfangen.
Durch diese ganze sehr aufwendige Arbeit, wurde natürlich auch mehr Personal gebraucht, um das Alles zu bewältigen.

Anja: Begonnen habe ich mit dem Einführungslehrgang. Dieser hat die wichtigsten Grundvoraussetzungen für die Arbeit geschaffen. Danach kam ich in den FD 31 Liegenschaften. So durchlief ich die verschiedenen Abteilungen mit Unterbrechungen durch den Schulblockunterricht, den Zwischenlehrgang und schließlich auch dem Abschlusslehrgang.

Wie war das Verhältnis der Kollegen untereinander während der Ausbildungszeit?

Claudia: Das Verhältnis untereinander war sehr kollegial. Man wurde sofort freundlich und offen empfangen. Den Vorgesetzten gegenüber blieb natürlich erst einmal das „ Sie“  bestehen.

Anja: Dem kann ich nur zustimmen.

Hast du ein Problem darin gesehen, dass du so wenig in der Behörde warst?

Claudia: Wenn ich jetzt so zurückdenke glaube ich, dass es besser wäre die Praxiszeit ein wenig zu erhöhen, da man doch viele Einblicke durch seine Abwesenheit verpasst.

Anja: Eigentlich nicht. Natürlich hat man im Vergleich zu anderen Berufsausbildungen viel Abwesenheit, dennoch bin ich der Meinung, dass ich in den einzelnen Abteilungen viel mitgenommen und gelernt habe.

Was war dein bestes Erlebnis während der Ausbildung?

Claudia: Während meiner Zeit im Bauamt musste ich Kollegen vertreten und habe mich durch meine Arbeit als fast vollwertige Arbeitskraft gefühlt. Das war natürlich eine sehr positive Erfahrung für mich. Während dieser Zeit gab es viel Lob und Anerkennung für meine Arbeit, was mich dann auch sehr gestärkt hat.

Anja: Ich kann mich nur wiederholen, wenn ich sage, dass ich die Zeit im Einwohnermeldeamt wirklich genossen habe.

Welches Erlebnis hat dich während der Ausbildung geprägt?

Claudia: Ich denke meine Vertretungstätigkeit im Bauamt. Durch dieses selbstständige Arbeiten wurde ich sehr gefestigt und gefördert.

Anja: Die Zeit im Ordnungsamt hat mich wirklich gefestigt. Dort gibt es eine Kollegen, der einen sehr selbständig Arbeiten lässt und trotzdem immer als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Durch das selbständige Arbeiten wurde mein Selbstbewusstsein gefördert.

Wenn du die Chance dazu hättest, wie würdest du die Ausbildung verändern?

Claudia:  Ich denke, dass der Einführungslehrgang dazu kam, war eine wichtige Veränderung. Da hat man gleich die Chance wichtige Abläufe zu lernen. Dennoch denke ich, dass der Anspruch viel zu hoch ist. Der Beruf ist für Realschüler ausgelegt. Auf dieses Niveau sollten dann auch die Lernansprüche runtergebrochen werden, damit eine gewisse Chancengleichheit besteht.
Auch die Praxiserfahrungen sollten vermehrt werden.

Anja: Ich denke, ich würde am Ablauf nicht viel verändern. Klar ist es schwierig alles Interne mitzubekommen, wenn man viel Schulunterricht oder Lehrgänge hat. Allerdings muss man nun mal viel Theorie erlernen.

Fazit:

Abschließend lässt sich also feststellen, dass es im Ablauf eigentlich keine gravierenden Unterschiede gibt. Der Einführungslehrgang war eine Veränderung, der nur positive Resonanz entgegengebracht wurde.
Zu betonen ist, dass sowohl früher als auch heute eine selbstständige Arbeit und entgegengebrachtes Vertrauen die Auszubildenden in Ihrer Selbstwahrnehmung stärkt und festigt.
Wichtig ist ebenfalls das durchweg angenehme Arbeitsklima und freundliche Verhältnis unter den Mitarbeitern, was eine große Hilfe ist, den Auszubildenden die eventuelle Angst zu nehmen.
Auffallende Unterschiede sind der technische Fortschritt, der im Laufe der Zeit Einzug genommen hat. Dieser hat die Arbeitsabläufe vereinfacht und ein angenehmeres Arbeiten mit sich gezogen.

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