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Von der Fabrikantenvilla zum Museum: ein Haus unter Denkmalschutz – kleine Fotoausstellung im Museum Wustrow

Das heutige Museumshaus in der Langen Straße 9 in Wustrow sticht unübersehbar neben seinen Gebäude-Nachbarn hervor. Erbaut in einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs war es nicht als schlichtes Wohnhaus gedacht – es sollte ganz offensichtlich auch "etwas hermachen". Und das tut es bis heute. Ab Sonntag, 15. März zeigt Helmut Schnieder im Foyer des Museums Wustrow Fotos von dem heute unter Denkmalschutz stehenden Gebäude.

Blick in einen der AusstellungsräumeIn der stilprägenden Gründerzeit wurde 1886 der Architekt Otto Willrich aus Berlin beauftragt, das „Lüringsche Wohnhaus“ zu planen und ausführen zu lassen. Wilhelm Lüring war damals Mitinhaber der mechanischen Leinenweberei Friedrich & E. Wentz Wustrow, die 1874 gegründet worden war.

In der Außenfassade und in der inneren Gestaltung verwendete der Architekt Stilelemente des Historismus. Beispielhaft dafür sind der Staffelgiebel des Eingangs, die Zwerchgiebel, die Spitzbogenfenster, die glasierten Formsteine, die Halbrosetten in Muscheldekor im Obergeschoss als Fassadenschmuck und die Rankenbemalung unter dem verschalten Dachüberstand sowie die Verzierung des Seitengiebels in Sgraffitotechnik. Das Gitterwerk hinter der Türverglasung (Eingang) und die Konstruktion der Veranda weisen ebenfalls historistische Motive auf.

Wandmalerei im TreppenhausBei Übernahme des Hauses durch den Museumsverein 1980 war von den aufwendigen historistischen Wandmalereien nichts mehr zu sehen. Im gesamten Treppenhaus und in Teilen im Wohnbereich wurden die Dekorationsmalereien (Schablonenmalerei in Öl auf feinem Putz) aufwendig freigelegt und restauriert. Im Innenbereich sind Treppe und Treppengeländer, Stuckfriese, floral-geometrisch ornamentierte Fliesen, Eichenparkett mit unterschiedlichen Mustern, Holztüren, Türbeschläge und Fenstergriffe erhalten und weisen ebenfalls Stilelemente des Historismus und Jugendstils auf.

Die Ausstellung zeigt neue Detailaufnahmen vieler wertvoller historischer Elemente des Hauses, die bis heute erhalten sind und die durch den Museumsverein gepflegt und restauriert wurden. Sie steht Besuchern Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 14-17 Uhr offen. Darüberhinaus öffnet das Museum auch gerne nach Vereinbarung.

Erhaltene StuckverzierungDas Museum Wustrow ist eins von dreizehn Museen in Elbtalaue und Wendland und Mitglied im Museumsverbund Lüchow-Dannenberg e. V.

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