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Heimatforscher und WissenschaftlerInnen im Wendland – Frühjahrstagung fragt nach ihren Lebensläufen und Lebensleistungen

Welche Personen des 20. Jahrhunderts haben das Bild der Heimatkunde und Heimatforschung im Wendland wesentlich geprägt? Zu welchen Themen haben sie wie gearbeitet? Diese Fragen stehen im Fokus der diesjährigen Frühjahrstagung des Heimatkundlichen Arbeitskreises Lüchow-Dannenberg (HALD) am Samstag, den 11. April im Gasthaus “Kaminstube” in Gorleben.

Heimatforschung ist nicht denkbar ohne die wissenschaftlichen Untersuchungen aus historischer oder naturkundlicher Perspektive. Mit Anneliese Krenzlin, Alfred Kelletat und Erich Kulke werden drei Persönlichkeiten der universitären Forschung vorgestellt. Für sie war das Wendland entweder Gegenstand akademischer Forschungen oder es wurde ihr Thema, als sie ihren Lebensmittelpunkt hierher verlegten.

Die Tagung wird weiterhin zeigen, dass die Übergänge zwischen Heimatforschung und Wissenschaft fließend sind, exemplarisch hierfür steht Willi Schulz. Die Tagung soll die Breite der Heimatforschung widerspiegeln. Den Auftakt bildet deshalb mit Frank Neuschulz, ein jung verstorbener Naturwissenschaftler, der, ausgehend von regionalen Forschungen deutschlandweite Aufgaben im Naturschutz übernommen hatte.

Siedlungsgeschichte und Rundlingsforschung waren und sind wesentliche Themen der Regionalgeschichte, gleich drei Vorträge werden sich mit Personen befassen, die dazu gearbeitet haben (Krenzlin, Schulz und Kulke).

Oft haben sich Heimatforscher als Ortschronisten verstanden, beispielhaft werden deshalb Walther Honig für Hitzacker und Otto Wolter sowie Carl Gehrcke für Bergen a.d. Dumme vorgestellt. Heimatkunde, Sagenwelt, Märchen und Dichtung waren einst eng verwoben – für diesen Aspekt steht Harry Halbom.

Die Archäologie wird durch Alfred Pudelko repräsentiert. Seine Biographie – und auch die von lke und Halbom – zeigt zugleich den Schatten, den Nationalsozialismus und völkische Ideologie auf die Heimatkunde geworfen haben. Auch dieses erst in Ansätzen bearbeitete Kapitel der Heimatforschung soll durch die Tagung beleuchtet werden.

"Die Beschäftigung mit 'Heimat' bzw. der Geschichte eines begrenzten Raumes geht natürlich weiter zurück als nur in das 20. Jahrhundert, worauf hier der Schwerpunkt gelegt wird”, erläutert HALD-Vorsitzender Wolfgang Jürries. “Die vorgestellten Personen umfassen nur einen kleinen Teil derjenigen, die durch Beiträge zur Region hervorgetreten sind. Zahlreiche, auch wichtige Namen fehlen im Tagungsprogramm. Trotzdem bietet die diesjährige Veranstaltung einen Überblick über die Themen, die Generationen und die Räume der Heimatforschung.”

 

Das Tagungsprogramm im Überblick

Samstag, 11. April 2015

9.00 Uhr
Eintreffen der Tagungsgäste in Gorleben, Kaminstube

9.20 Uhr
Begrüßung

9.30 Uhr
Wilhelm Meier-Peithmann, Avifaunistische Arbeitsgemeinschaft, Bergen a.d. Dumme: Frank Neuschulz (1954 - 2008) – Leben für Vogelkunde und Naturschutz

9.50 Uhr
Dr. Stephan v. Welck, Wendländischer Geschichts- und Altertumsverein, Grabow: Anneliese Krenzlin (1903 - 1993) – Zum Beginn wissenschaftliche Erforschung des Hannoverschen Wendlandes

10.10 Uhr
Wolfgang Jürries, Vorsitzender HALD, Jeetzel: Willi Schulz (1904 - 1985) – Rundlingsforscher, Botaniker und Volkskundler – Ein Heimatforscher mit ganzheitlichem Ansatz

10.45 Uhr
Diskussion

11.00 Uhr
Kaffeepause

11.20 Uhr
Ilka Irene Burkhardt-Liebig, Vorsitzende Rundlingsverein, Jameln: Erich Kulke (1908 - 1997) – Architekt und Siedlungsplaner

11.40 Uhr
Dr. Margret Schuchard, ehem. Universität Heidelberg, Hitzacker: Der „gradlinige Weg“ des Alfred Pudelko (1899 - 1981) – Ein dennoch zweigeteiltes Leben?

12.00 Uhr
Klaus Lehmann, Museumsleiter, Das Alte Zollhaus, Hitzacker: Heimatforscher und Chronist – Eine Annäherung an Walther Honig (1898 - 1972)

12.20 Uhr
Diskussion

12.35 Uhr
Mittagspause

14.00 Uhr
Wilhelm Meier-Peithmann, Avifaunistische Arbeitsgemeinschaft, Bergen a.d. Dumme: Zwei Chronisten für einen Flecken: Otto Wolter (1895 - 1974) und Carl Gehrcke (1898 - 1974) in Bergen an der Dumme

14.30 Uhr
Axel Kahrs, Nds. Stipendiatenstätte Künstlerhof Schreyahn, Lüchow: Alfred Kelletat (1916 - 1995) – ein Gelehrtenleben im Wendland

15.00 Uhr
Dr. Rolf Meyer, Museum Wustrow: Die Enträtselung heimatkundlicher Texte von Harry Halbom (1890 - 1973)

15.30 Uhr
Kaffeepause

16.00 Uhr
Abschlussdiskussion

 

Im Anschluß findet ab 17 Uhr die Mitgliederversammlung des Heimatkundlichen Arbeitskreises statt.

Tagungsort: Kaminstube, Gorleben, Hauptstr. 11

Der Tagungsbeitrag beträgt 6 Euro, die Mahlzeiten müssen individuell beglichen werden (abgesehen von der Kaffeepause am Vormittag). Das Mittagessen und der Nachmittagskaffee werden in der Kaminstube eingenommen.

Die Tagung ist offen für jedermann/jederfrau.

Anmeldungen sollten bis zum 7. April schriftlich erfolgen - per Post an HALD e. V., Wolfgang Jürries, Im Anger 6, OT Jeetzel, 29439 Lüchow oder per E-Mail an wolfgangjuerries@gmx.de

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