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Forstleute diskutieren über Anpassung an den Klimawandel

Forstvertreter kommen zu Praxisseminar in der Göhrde zusammen

Fast 40 % der Landkreisfläche ist von Wald bedeckt. Damit trägt die hiesige Forstwirtschaft einen wichtigen Teil zu regionaler Wertschöpfung, zum Naturschutz und zum Wasserhaushalt des Landkreises bei. Doch wie wird sich der Wald im Zuge des Klimawandels verändern, kann er zukünftig noch seine vielfältigen Funktionen für die Gesellschaft wahrnehmen? Diese Fragen veranlassen Forstleute, sich schon heute sehr intensiv damit zu befassen, welche Auswirkungen zu erwarten sind und wie schon heute das Risiko schwerer Schäden minimiert werden kann.

Um diesen Prozess zu unterstützen, hatte das Klimaschutzmanagement des Landkreises zusammen mit dem Forstamt Göhrde zum Praxis-Seminar „Risikomanagement in Forstbetrieben – Wie reagieren wir auf den Klimawandel in Lüchow-Dannenberg?“ ins Naturum eingeladen. Ungefähr 30 Praktiker aus den Landesforsten, der Landwirtschaftskammer, aus Forstbetriebsgemeinschaften und dem Privatwald folgten der Einladung und ließen sich durch Referenten der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände fachkundig durch einen theoretischen und einen Exkursionsteil führen.

Die Referenten erläuterten die Klimaszenarien für den Landkreis bis zum Jahr 2100: Bei Fortschreibung derzeitiger Emissionsmengen käme es bis dahin zu einem Temperaturanstieg um 3 Grad Celsius, der Jahresniederschlag nähme um 80 mm ab, die Wasserbilanz ginge um über 200 mm zurück und die Frosttage verminderten sich um bis zu 50 Tage. Der Niederschlag verschöbe sich noch stärker in den Winter; die Folge wäre eine noch ausgeprägtere Frühjahrs- und Sommertrockenheit. Die Extremwettereignisse nähmen weiter zu, wobei die Anzahl der Stürme etwa gleich bliebe, aber deren Intensität zunähme. Auch das Waldbrandrisiko nähme demnach zu, jedoch eher in geringerem Maße.

Die Referenten gingen besonders auf die Auswirkungen des Klimawandels auf Fichte, Kiefer, Eiche, Buche und Esche ein. Auch der sich verschärfende Schädlingsdruck, vor allem bei Eiche und Esche, wurde diskutiert und mögliche derzeit kaum genutzte Baumarten für eine zukünftige Verwendung vorgestellt. In der Diskussion wurde deutlich, dass ausnahmslos alle Baumarten Probleme mit den klimatischen Veränderungen bekommen werden. Zur Risikostreuung wurde deshalb vor allem der Anbau einer Vielfalt von Baumarten empfohlen.

 

 

Weitere Auskünfte

Hans-Albrecht Wiehler

Landkreis Lüchow-Dannenberg

Klimaschutzmanager

Tel.: 05861 120 274

Email: klimaschutz@luechow-dannenberg.de

 

Niedersächsisches Forstamt Göhrde

Dr. Uwe Barge

Tel.: 05855 9787 11

Email: Uwe.Barge@nfa-goehrde.niedersachsen.de

 

Anhang: ein Bild (Die lebhafte Diskussion beim Exkursionsteil wurde durch den Leiter des Forstamtes Göhrde Dr. Uwe Barge geleitet)

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