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Forschungsprojekt „Regiobranding“ gestartet - Lüchow-Dannenberg unter der Lupe der Wissenschaft

Kulturlandschaften wie die Nemitzer Heide, die Rundlingslandschaft oder die Elbtalaue tragen zur Lebensqualität einer Region bei: weil sie attraktiv sind für Erholungs- und Freizeitaktivitäten, weil sie Natur- und Geschichtserlebnisse bieten oder durch Umweltqualitäten wie saubere Luft und sauberes Wasser. Eigentlich eine Binsenweisheit – oder nicht?

Die Potenziale, die Landschaften für die Bildung von regionaler Identität haben, werden noch nicht hinreichend ausgeschöpft - so eine der Thesen des Forschungsvorhabens “Regiobranding – Branding von Stadt-Land-Regionen durch Kulturlandschaftscharakteristika”. Vergangenen Freitag erlebte das Projekt in der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt seinen offiziellen Auftakt.

MS Hilde auf der Elbe zwischen Dömitz und Hitzacker. Foto: Jenny RaederDer Landkreis Lüchow-Dannenberg und der Landkreis Ludwigslust-Parchim bilden zusammen eine von insgesamt drei sogenannten “Fokusregionen” in der Metropolregion Hamburg, die bis 2019 Gegenstand des Forschungsprojekts sein werden. Ein 20-köpfiges interdisziplinäres Projektteam unter Leitung von Dr. Daniela Kempa vom Institut für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover wird in den kommenden vier Jahren untersuchen und erproben, wie Kulturlandschaften und ihre Qualitäten herausgestellt und kommuniziert werden können, um sie für das Image und Selbstverständnis von ländlichen Regionen einzusetzen.

“Wir gehen dabei von innen nach außen vor”, erläuterte Dr. Daniela Kempa im Rahmen der Auftaktveranstaltung. “Von innen” heißt, die ForscherInnen betrachten zunächst die “eigenständige Geschichte, auf die man sich in der Region bezieht”. Daran schließt sich die Frage an, welche Inhalte der Geschichte für die Außendarstellung einer Region nutzbar gemacht werden können. “Uns interessieren im Übrigen nicht nur Landschaften an sich, sondern auch bauliche Strukturen, Kunst, Handwerk, Speisen, Brauchtum oder regionale Produkte”, so Kempa.

Vierständerhäuser im Rundling Güstritz. Foto: Jenny Raeder“Eine Besonderheit des Projekts ist, dass Wissenschaftler und Praxispartner gemeinsam forschen, lernen und umsetzen und damit die Ergebnisse direkt an die regionalen Bedürfnisse angepasst werden können”, führte die Projektleiterin weiter aus.

Die zentrale Projektkoordination für die hiesige Fokusregion wird beim Landkreis Ludwigslust angesiedelt sein. Beim Landkreis Lüchow-Dannenberg wird das Projekt durch den Fachdienst “Jugend-Familie-Bildung” begleitet werden. “Für die Umsetzung konkreter Maßnahmen in der Region werden vergleichweise bescheidene 100.000 Euro zur Verfügung stehen”, erläutert Dagmar Schulz von der Kreisverwaltung. Wohlgemerkt: für Lüchow-Dannenberg und Ludwigslust zusammen. “Wir versprechen uns jedoch spannende Erkenntnisse für die Vermarktung unserer Region.” Umso spannender vielleicht vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die Zukunft des Tourismusmarketings in Lüchow-Dannenberg.

Für April 2015 ist eine erste Informationsveranstaltung für alle Interessierten in Lüchow-Dannenberg und Ludwigslust geplant. Veranstaltungsort wird voraussichtlich Dömitz sein.

Einen Überblick über die wichtigsten Hintergründe des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts gibt es unter www.luechow-dannenberg.de/regiobranding.

 

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