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Dem Ungeist auf der Spur - Vortragsreihe in der Alten Sargtischlerei in Hitzacker

2014 jähren sich einschneidende Ereignisse des 20. Jahrhunderts: der Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren, der Ausbruchs des Zweiten vor 75 Jahren, die Grenzöffnung vor 25 Jahren. Das Alte Zollhaus Hitzacker nimmt diese historischen Gedenktage zum Anlaß für eine neue Vortragsreihe.

„Mit unserer Reihe im Herbst“, so Museumsleiter Klaus Lehmann, „möchten wir den Zeitgeist einfangen, der zu einem 'Ungeist' des Jahrhunderts wurde“. Die Gesprächsabende finden jeweils mittwochs um 19 Uhr in der Alten Sargtischlerei an der St. Johanniskirche (An der Kirche 4 / Prinz-Claus-Promenade) in Hitzacker statt. "Die Frage wird dabei immer wieder sein, ob sich sich dieser Geist gehalten hat und wenn ja, wie er bis heute nachwirkt", so Klaus Lehmann.

Um Heinrich Manns Roman „Der Untertan“ geht es am Mittwoch, den 17. September 2014. Schauspieler und Sprecher Wolfgang Kaven wird ihn vorstellen – ergänzt durch filmische Sequenzen aus der DEFA-Verfilmung von 1951.

Am Mittwoch, den 24. September stellt Wolfgang Kaven den Besteller „1913“ von Florian Illies vor. Dieser beschreibt „Ruhe vor dem Sturm“. Florian Illies virtuos dargestelltes historisches Panorama eines ganzen Jahres. In Literatur, Kunst und Musik werden die Extreme ausgereizt, als gäbe es kein Morgen. Zwischen Paris und Moskau, zwischen London, Berlin und Venedig begegnen wir zahllosen Künstlern, deren Schaffen unsere Welt auf Dauer prägte.

Am Mittwoch, den 1. Oktober steht Erich-Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“ auf dem Programm, begleitet von Filmsequenzen. Der in der NS-Zeit verbotenen Film zählt heute zu den bedeutendsten und ehrlichsten Antikriegsfilmen der USA - eine realistische Abrechnung mit dem Ersten Weltkrieg.

Eine Lesung aus der von Rektor Walther Honig verfassten Schulchronik bietet die Veranstaltungseihe am Freitag, den 24. Oktober. In der Sprache der Zeit beschreibt Honig Jahr für Jahr die Veränderungen in der Kleinstadt Hitzacker, in der die Folgen des Krieges erst sehr spät begriffen wurden.

"Die Flucht", ein DEFA –Film von 1977, der am Mittwoch, den 29. Oktober zu sehen ist, zeigt Armin Müller-Stahl in der Rolle eines Arztes, der illegal die DDR verlassen und in den Westen fliehen will. Nach diesem Film, der die Verhältnisse in der DDR durchaus kritisch darstellt, folgte der Hauptdarsteller seiner Figur und reiste in die BRD aus.

Das Doku-Drama "Über das Meer" zeigt die DDR-Flucht von Erhard Schelter über die Ostsee. Erhard Schelter berichtet am Freitag, den 31. Oktober persönlich über die Nacht seiner Flucht vom 21./22. September 1974. Schelter überquerte damals zusammen mit einem zweiten Schwimmer von Boltenhagen aus heimlich die DDR-Grenze und schwamm in Richtung Westen. Ihr Ziel war das 30 Kilometer entfernte Dahme, da sie das Licht des dortigen Leuchtturms als Orientierung nehmen konnten. Die Rettung der beiden Schwimmer am Morgen des 22. September 1974 war ebenso abenteuerlich wie glücklich, denn ein NVA-Grenzboot hatte die Flüchtenden schon an einer Tonne weit draußen in der offenen See aufgespürt, als die „Gösta Berling“, ein Fährschiff der TT-Line, die beiden entdeckte. Mit einem waghalsigen Rettungsmanöver brachte der Kapitän der „Gösta Berling“ die beiden DDR-Flüchtlinge an Bord.

"Barbara", ein Film von Christian Petzold mit Nina Hoss von 2012, erzählt die berührende Geschichte einer einsamen Frau und zugleich eine zarte Liebesgeschichte. Zudem überzeugt „Barbara" auch als differenzierte Beschreibung des Lebens in der DDR und als spannendes Fluchtdrama. Dieser Film steht am Mittwoch 5. November 2014 auf dem Programm

Die Reihe des Alten Zollhauses endet am Mittwoch, den 12. November mit "Die Dubrow-Krise". Wolfgang Menge drehte diese Komödie 1969 in Lüchow-Dannenberg. Der fiktive Ort Dubrow an der innerdeutschen Grenze wird über Nacht von den DDR-Grenztruppen in den Westen "ausgemauert" und somit ein West-Dorf.

Das Alte Zollhaus Hitzacker ist eins von dreizehn Museen in Elbtalaue und Wendland und Mitglied im Museumsverbund Lüchow-Dannenberg e. V.

 

 

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