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Von Adorno zu „Nachwendekinder“ - Gespräche am Kamin in der Alten Sargtischlerei

„Erinnern heißt Gegenwart und Zukunft mitgestalten“: Unter diesem Motto lädt die Alte Sargtischlerei Hitzacker in Zusammenarbeit mit der Regionalen Arbeitsgruppe Wendland des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. und dem Museum Hitzacker zu mehreren Gesprächsabenden am Kamin ein.

Kaminfeuer_Image by Larry White from PixabayDen Anfang macht Wolfgang Kaven am Donnerstag, den 17. Oktober 2019 um 19 Uhr. Er liest einen Vortrag von Theodor W. Adorno, den dieser vor genau 60 Jahren in Wien gehalten hat. Der Vortrag gibt beeindruckend wieder, wie verfestigte Denkstrukturen gesellschaftliche Prozesse und Identitäten beeinflussen und rechte Populisten, damals die NPD, erstarken lassen. Adornos „Aspekte des neuen Rechtsradikalismus“ sind der Auftakt der kleinen Reihe mit dem Blick auf soziale und politische Veränderungen seitdem.

Am Freitag, den 25. Oktober um 19 Uhr setzen sich Dr. Sybille Plogstedt und Uta Thiel im Gespräch mit Prof. Gerhard Harder über Ost-Westliche Oppositionen auseinander. Dr. Sybille Plogstedt, einst aktiv im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS), musste 1968 für Ihren Widerstand im Prager Frühling für 1 1/2  Jahre ins Gefängnis. Uta Thiel war 1989 aktiv in den sozialen Bewegungen in Salzwedel.

Am Freitag, den 8. November um 19 Uhr nimmt Martin Kempe ein für uns 1989 unbekanntes Land ins Visier. Der ehemalige Taz-Redakteur war einer der ersten, der vor und nach der Wende aus gewerkschaftlicher Sicht die  damalige DDR bereiste. In seinen Reportagen berichtet er über den Mut der Menschen und deren Aufbruchstimmung, die im Vereinigungsprozesses untergegangen sind und heute keine entsprechende Würdigung mehr erfahren.

Hieran knüpft dann auch der letzte Gesprächsabend an. Am Mittwoch, dem 20. November um 19 Uhr stellt Inga Millon, Pastorin in Dömitz, selbst Jahrgang 1988, Johannes Nichelmanns Buch „Nachwendekinder“ vor. Was haben die 89-er-Jahrgänge mit ihren Eltern gemeinsam? Sind sie „Kinder des Aufbruchs“ und stehen sie ebenfalls vor einer sprachlosen Elterngeneration, wie schon die 68er vor ihren Eltern? Wieder geht es um die Frage, wie wir die Zeiten,  die uns geprägt haben, verarbeiten und bewerten. Und wie finden wir Wege, wie schon bei Adorno, Widersprüche anzunehmen und gegebenenfalls Widerstand zu leisten.

Alle Veranstaltungen beginnen um 19.00 Uhr in der Alten Sargtischlerei in unmittelbarer Nachbarschaft der St. Johanniskirche in Hitzacker.

Das Museum Hitzacker (Elbe) Altes Zollhaus ist eins von dreizehn Museen im Wendland und Mitglied im Museumsverbund Lüchow-Dannenberg e. V.: www.museen-wendland.de.

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