Mit dem Herbst beginnt die Erkältungs- und Grippesaison: Gesundheitsamt rät zur Impfung

Während einer Grippewelle erkranken in Deutschland in der Regel zwischen zwei und 14 Millionen Menschen an Influenza. Im Gegensatz zu der Coronaerkrankung gibt es allerdings immerhin einen Impfstoff. „Die Grippeschutzimpfung schützt zwar nicht vor der Coronainfektion, trotzdem ist es gerade in diesem Jahr besonders wichtig, Menschen vor der Virusgrippe zu schützen“, sagt der Leitende Amtsarzt des Gesundheitsamtes Uelzen – Lüchow-Dannenberg Dr. Gerhard Wermes, „denn wenn viele Menschen schwer an Grippe erkranken und womöglich auf der Intensivstation beatmet werden müssen, sind weniger Betten frei für die Coronainfizierten.“ Er rechnet gerade im Herbst und Winter mit steigenden Corona-Fallzahlen und damit auch wieder mit mehr Menschen, die schwer erkranken. „Das Gesundheitssystem ist kaum in der Lage, gleichzeitig eine große Grippewelle und die Corona-Pandemie zu bewältigen.“

Die Kontaktbeschränkungen im Frühjahr dieses Jahres hätten viel dazu beigetragen, dass die Grippewelle im März abrupt endete, sagt der Amtsarzt. „Sie war außerdem im Vergleich zu den Vorsaisons um mindestens zwei Wochen kürzer. Auch andere Atemwegserkrankungen waren deutlich seltener.“ Insofern könnten Masken und Hygienemaßnahmen die Grippewelle bremsen: „Wenn möglichst viele Menschen sich an die AHA-Regeln (AHA = Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) halten“, so Dr. Wermes, „dann ist es wahrscheinlich, dass wir eine milde Influenza-Saison bekommen.“

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die Grippeimpfung weiterhin vor allem für Personen, bei denen eine Grippe mit höherer Wahrscheinlichkeit schwer verläuft. Dazu gehören alle Personen ab dem 60. Lebensjahr sowie Menschen mit einer Grunderkrankung wie Herz-Kreislauf-Krankheiten, Lungenerkrankungen, Leber- oder Nierenerkrankungen sowie Diabetes. Auch medizinisches Personal und Menschen, die in öffentlichen Einrichtungen arbeiten, sollten sich impfen lassen. Die Empfehlung gilt außerdem für Schwangere ab dem zweiten Trimester, weil auch sie ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf haben. Durch die Impfung geben Schwangere ihrem Neugeborenen einen Schutz für die ersten Monate mit, da gebildete Antikörper über die Plazenta auf das Kind übertragen werden. Ziel ist es, für die Risikogruppen Doppelinfektionen zu verhindern, weil diese womöglich besonders schwer oder sogar tödlich verlaufen können.

Eine Influenza-Impfung wirke allerdings nie hundertprozentig, informiert Dr. Wermes. „Das liegt daran, dass zum Zeitpunkt des Produktionsstarts des Impfstoffs noch nicht klar ist, welche Virusstämme sich bis zum Herbst durchsetzen werden.“ Die Wirksamkeit könne in einzelnen Saisons stark schwanken. Auch wenn die Impfstoffe jedes Jahr variieren, so seien manche Anteile doch wiederholt dabei, so dass der Organismus sie wiedererkenne. „Wer sich als Erwachsener jedes Jahr gegen Influenza impfen lässt, den schützt die Impfung besser und wer doch erkrankt, bei dem verläuft die Influenza oft milder, wenn er geimpft ist.“

Für die kommende Influenzasaison stehen in Deutschland etwa 26 Millionen Dosen Grippeimpfstoff zur Verfügung, teilt Dr. Wermes mit. „Das ist deutlich mehr als in der vergangenen Saison. Die ersten Dosen sind vom Paul Ehrlich-Institut freigegeben worden und werden jetzt auf den Markt gebracht.“

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