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28.04.2015 - Qualifix-Veranstaltung "Erstversorgung bei Sportverletzungen"

Bei Pech, an P-E-C-H denken

rs Dannenberg. Wer sich beim Sport verletzt, hat nicht selten Pech. An P-E-C-H sollte der Verletzte auch sofort denken, wenn es im Verletzungsfall um Erste Hilfe geht. Denn P-E-C-H steht für Pause, Eis, C(K)ompression und Hochlagern.76 der insgesamt rund 220 Lüchow-Dannenberger Übungsleiter hörten diesen Leitsatz und vieles Interessante mehr kürzlich bei einer besonderen Fortbildung, die der Kreissportbund (KSB) erstmals gemeinsam mit der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik (EJK), dem Physiozentrum Dahm und der Dannenberger Apotheke Seepassage in der Cafeteria der EJK anbot. Denn Dr. med. Norbert Messerschmidt, Leiter der EJK-Abteilung Orthopädie & Unfallchirurgie, und der Physiotherapeut Thomas Dahm referierten dort ebenso unterhaltsam wie informativ rund zwei Stunden aus ihrer Erfahrungswelt zum Thema „Erstversorgung bei Sportverletzungen“.

12 700 ambulante Fälle nahm die EJK 2014 auf, natürlich nicht alles Sportverletzungen, informierte Messerschmidt eingangs seines Referats. „Mein besonderes Hobby ist Sportmedizin“, verriet Messerschmidt, der einst in Berlin eine Badmintonmannschaft in der Zweiten Bundesliga betreute und selbst in der Verbandsliga antrat. Zehn Punkte machte er hauptverantwortlich für das Entstehen von Sportverletzungen – darunter ungenügendes Training,  fehlendes Erwärmen, schlechter Trainingszustand, Übermüdung, falsche Technik, unzureichendes Ausheilen alter Verletzungen sowie äußere Bedingungen wie Nässe und Kälte. „Ein Knochenbruch ist zwar nach etwa sechs Wochen verheilt, benötigt aber anderthalb Jahre, bis der Knochen wieder voll belastbar ist.“ Komme es zu einer Verletzung, etwa dem Klassiker Ermüdungsbruch, könne der Übungsleiter mit der P-E-C-H-Regel schon einiges bewirken.

Die meisten Sportverletzungen seien einfache Verletzungen: 35,5 Prozent Prellungen und Stauchungen, 28,4 Prozent Verrenkungen, 21 Prozent Verletzungen der Sehnen, Bänder und Muskeln. Dem Verletzten solle man Ruhe verschaffen. Eis – auch als Spray – lindere sofort den Schmerz, verlangsame Blutungen, Schwellungen und den gesamten Stoffwechsel. Zu viel Eis solle man nicht geben. „Und man sollte damit keine offenen Wunden behandeln. Spray darf auch nicht ins Auge gelangen“, so Dr. Messerschmidt. 30 bis 40 Minuten gelte es – notfalls mit einem nassen Tuch – zu kühlen. Zusätzlich helfe die Kompression des verletzten Körperteils, etwa des Fußes bei der klassischen Außenbanddehnung, um Einblutungen zu verhindern. „Den Schuh nicht ausziehen. Das ist bereits eine Form der Kompression.“ Mit Binden oder Tape könne der Druck noch verstärkt werden – „bis zu einer Dreiviertelstunde lang“, ergänzte Physio Dahm. Überdies sei es sinnvoll, dass verletzte Körperteil hochzulagern, „am besten über die Herzhöhe hinaus."

„P-E-C-H ist die erste Form der  Rehabilitation“, schloss Thomas Dahm an, der an der Sporthochschule Köln Olympioniken betreute. „Und somit enorm wichtig.“ Anhand eines praktischen Beispiels, für das sich KSB-Vorsitzender Hans-Jürgen Bosselmann zur Verfügung stellte, zeigte Dahm, wie man mit einem Verletzten verfährt.

Abschließend erhielt jeder Teilnehmer eine mit Tape, Eisspray und anderen nützlichen Erste-Hilfe-Utensilien gefüllte Tasche, die die EJK und der Apotheker Dr. Alexander Schmitz gestiftet hatten. Dr. Markus Fröhling betonte als Verwaltungsleiter der EJK: „Wir stellen unsere Räume und unser Wissen erneut für eine solche Veranstaltung zur Verfügung.“ Eine Aussage, die Bosselmann gerne aufnahm und weitere derartige Fortbildungen anbietenmöchte.

Quelle: Elbe-Jeetzel-Zeitung vom 08.05.2015