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26.04.2016 - Übungsleiter-Fortbildung 'Erstversorgung von Sportverletzungen'

Fundiert, praxisnah, innovativ
90 Teilnehmer bei KSB-Übungsleiter-Fortbildung zum Thema Erste Hilfe bei Weichteilverletzungen

rs  Dannenberg. „Ich  bin glücklich  über  diese  Kooperation“,  sagte  Hans-Jürgen  Bosselmann  als  Vorsitzender  des Kreissportbundes  (KSB)  und schaute  dabei  am  Dienstag  in der  Cafeteria  der  Capio  ElbeJeetzel-Klinik  (EJK)  in  die  Gesichter  von  90  Übungsleiterinnen und Übungsleitern. Das sei ein  enormer  Zuspruch  für  die Fortbildung,  zu  der  KSB,  Gesundheitszentrum,  die  Physiotherapiepraxis  Thomas  Dahm und die Dannenberger Apotheke Seepassage zum zweiten Mal nach 2015 eingeladen hatten. Es ist somit die teilnehmerstärkste Fortbildung  des  KSB,  betonte Bosselmann.
Wurde  bei  der  Premiere  die Erste-Hilfe-Formel  P-E-C-H als  Abkürzung  für  Pause,  Eis, Compression  und  hoch  lagern intensiv behandelt, ging es dieses Mal um die Erstversorgung von Weichteilverletzungen beim Sport – und zwar aus Sicht eines  Mediziners,  eines  Physiotherapeuten  und  einer Apothekerin.
Zuvor hatte Dr. med Markus Fröhling  als  Verwaltungsdirektor  der  Klinik  über  das  Leistungsspektrum  der  Einrichtung mit  der  Grund-  und  Regelversorgung  informiert.  „Bei  uns werden  jährlich  rund  6 500 Patienten  stationär, 13 000  ambulant  medizinisch  versorgt“, berichtete  Fröhling.  Darunter seien  natürlich  viele  Sportverletzungen, denn bei etwa 50 000 Einwohnern im Kreis zähle der KSB über 15 000 Mitgliedschaften in Sportvereinen.
Dass  er  große  Erfahrung  in der  Behandlung  von  verletzten Weichteilen  wie  Kapseln,  Sehnen,  Gelenken  und  Muskeln verfügt,  stellte  Dr.  med.  Norbert  Messerschmidt,  Leiter  der Orthopädie  &  Unfallchirurgie der EJK, in seinem Referat unter Beweis. Anschaulich und differenziert erläuterte er den Zuhörern, wie man als Ersthelfer bei derartigen  Sportverletzungen agiert,  wann  etwa  bei  Muskelkater, Blutungen, Schwellungen und  Gelenkverletzungen  einfache Mittel ausreichen und wann fachliche  Hilfe  notwendig  ist. Dazu appellierte er an den Verstand der Sportler: „Wenn man das Gefühl hat, das Gelenk hält nicht, dann ist es immer besser, aufzuhören.
Thomas  Dahm,  der  in  der EJK eine Praxis betreibt, stellte mit  drei  Freiwilligen  der  Fortbildung  ein  Verfahren  vor,  das in Deutschland vergleichsweise neu  ist:  Medical  Flossing,  was übersetzt  medizinische  Reinigung bedeutet. Mit einem breiten und sehr festen Gummiband werden  dabei  Körperbereiche fest  umwickelt,  die  dem  Sportler  Probleme  bereiten. „Schwere Verletzungen  oder  Patienten mit Thrombosen sollten mit diesem Verfahren  nicht  behandelt werden“,  so  Dahm.  Rund  zwei Minuten  bleibt  der  Bereich, der  in  dieser  Zeit  bewegt  werden  sollte,  umwickelt.  Danach erlebten  die  Probanden  einen Wow-Effekt,  als  habe  die  Körperregion dank des Umstandes, dass Körperflüssigkeiten daraus abgeführt wurden und anschließend frisches Blut hineinströmte, einen Neustart erfahren. Die Beweglichkeit  nahm  zu,  die Schmerzen  ab.  Letztere  Erfahrung  teilen  alle  Patienten  von Thomas Dahm, jedoch sehr individuell:  einige  für  Minuten, andere für Stunden.
Abschießend  stellte  Hanna  Andres  Möglichkeiten  der Selbstmedikation  vor,  angefangen  bei  der  Prophylaxe  mit Mineralzusätzen vor dem Sport und  Schutztapings  bis  hin  zur Versorgung von blauen Flecken und  Schürfwunden  nach  dem Sport. Um als Übungsleiter bei kleineren Blessuren gewappnet zu sein, verteilte Andres kostenlos mit Eisspray, Coolpacks und Pflaster gefüllte Taschen an die Teilnehmer.  Bereits  jetzt  steht fest,  dass  es  2017  eine  dritte Auflage der Kooperation geben wird. Das Thema dann: Ersthilfe bei Schulterverletzungen.

Quelle: Elbe-Jeetzel-Zeitung vom 30.04.2016