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24.06.2014 - Interessante Grußworte zum Kreissporttag

"Vor immer neuen Aufgaben"

ce Zernien. Wenn Professor Dr. Wolf-Rüdiger Umbach, der Präsident des Landessportbundes Niedersachsen, ans Mikrofon tritt, dann ist ihm ungeteilte Aufmerksamkeit sicher. So war es auch am Freitag beim Kreissporttag des Kreissportbundes (KSB) Lüchow-Dannenberg in Zernien. Die 40 Delegierten aus hiesigen Vereinen und -verbänden sowie die KSB-Vorstandsmitglieder erhielten im Gasthaus "Zur Deutschen Eiche" vom firmen LSB-Boss, der als einer von mehreren Ehrengästen dem höchsten Gremium der Lüchow-Dannenberger Sportlerinnen und Sportler beiwohnte, einen interessanten sportpolitischen Einblick.

"Wir stehen vor außerordentlichen Herausforderungen durch den demographischen Wandel. Gerade der Sport im ehemaligen Zonenrandgebiet ist bedroht", fordert Prof. Dr. Umbach die hiesigen Sportfunktionäre auf, "das Sportprogramm so auszurichten, dass es auch Menschen im Alter betreiben können." In vielen Sportarten seien schon ganze Ligen weggebrochen, und die Ausweitung von Ganztagsschulen erschwere den Vereinen zudem die Jugendarbeit. "In Niedersachsen sind weitere 110 Ganztagsschulen geplant", verweist der LSB-Präsident darauf, dass immer mehr Kindern weniger Zeit für den organisierten Sport bleibe und die Vereine den Nachwuchs zusehends schwerer erreichen. Die Schulform sei aber auch eine gute Möglichkeit, aktiv zu werden: "Wir müssen in die Schulen gehen, wenn man schon die Chance hat, Zugriff auf alle Kinder zu bekommen", sind für Prof. Dr. UmbachKooperationen von Vereinen und Schulen ein Mittel, um die Jugendarbeit zu forcieren.

Außerdem drücke die veränderte Berufswelt - "die Arbeitnehmer müssen immer mobiler und beweglicher werden", so der LSB-Boss - auch auf das ehrenamtliche Engagement. In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Ehrenamtlichen laut Prof. Dr. Umbach um über 100000 auf 200000 zurückgegangen. Nur weil die Verbliebenen immer mehr machen, werde das aufgefangen, lobte er die Funktionäre. Und die vielen maroden Sportanlagen erschweren zusätzlich noch die Arbeit. "Die Vereine stehen vor immer neuen Aufgaben", hofft der LSB-Präsident, dass sie Mittel und Wege finden, durch attraktive Angebote ihren Bestand zu sichern.

Finanzielle Unterstützung ist bei verschiedenen Fördermaßnahmen möglich, skizzierte Prof. Dr. Umbach. Beispielsweise schütte die Lotto-Sport-Stiftung jährlich 2,7 Mio Euro für sportliche Projekte aus, bei der ein Viertel der Integration von Ausländern oder Behinderten zu Gute kommt. Dass sich die 48 Stadt- und Kreissportbünde des LSB, der jährlich 31,5 Mio. Euro vom Land als Zuschuss zur Sportförderung sowie zusätzlich Ende des Jahres wohl noch 2,3 Mio aus dem Lotto-Topf und dem Euro-Jackpot als Inflationsausgleich erhält, zu 17 Kooperationsverbänden zusammenschließen, sei der richtige Weg. Die KSBs aus Lüchow-Dannenberg, Uelzen und Lüneburg arbeiten bereits zusammen und bilden ab 2015 eine Sportregion. "Sport wird immer komplizierter. Die Politik erwartet, dass wir das regeln", betont er, welch' hohe Verantwortung auf den Vereins- und Verbandsfunktionären laste.

In puncto Sportstätten hatte Landrat Jürgen Schulz in seinen Grußworten auf die hohe Bedeutung des Sports und die Übungsleiterbezuschussung seitens des Kreises von über 32000 Euro hingewiesen. Und: Er stellte in Aussicht, dass auf der Sportanlage in Dannenberg die Laufbahnseite für den Sprint sowie die Weitsprunggrube aus Unterhaltungsmitteln auf Vordermann gebracht werden, "damit ein ordentlicher Schulsport betrieben werden kann." Thorsten Pils, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg, hob unter anderem den großen Verdienst der vielen hiesigen Funktionäre hervor. Für die Sparkasse sei es selbstverständlich, den Sport in der hiesigen Region auf vielfältige Art und Weise und in großem finanziellen Rahmen zu unterstützen.

Quelle: Elbe-Jeetzel-Zeitung vom 24.06.2014