Informationen für Schulklassenbesuche

Vertiefungsinformationen zum Biosphären-Quartett

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zu einigen der Arten aus dem Quartett. 

DÜNE
Die Sandsegge bildet bis zu 10 m lange unterirdische Ausläufer aus und hat Wurzeln, die sehr tief reichen und sehr gut haften. Ein Geflecht aus Feinwurzeln dicht unter der Sandoberfläche sorgt für eine ausreichende Wasserversorgung. Durch dieses feinmaschige Geflecht sind Sandseggen sehr hilfreich bei der Befestigung von Dünen. 

Beim Feldmannstreu kommen nur Insekten mit einem mindestens 2 mm langen Rüssel an den Blütennektar. Zur Verbreitung gibt es eine Art „Sollbruchstelle“ an der Pflanze. Bei ausreichend Wind bricht ein Teil der Pflanze ab, rollt über den Boden und verteilt dabei seine Früchte.   

UFER
Der Blutweiderich ist ein Multitalent. Viele Insekten lieben diese Pflanze. Aber auch der Mensch weiß sie seit Jahrhunderten zu nutzen. Wegen des hohen Gerbstoffgehalts setzte man sie zur Gerbung von Leder ein. Holz und Seile, die im Wasser gebraucht wurden, imprägnierte man mit dem Blutweiderichsaft, der sie vor Fäulnis schützte.

Die Weide ist seit ewigen Zeiten ein von Menschen gern und vielseitig genutzter Baum. Es gibt vielerlei Hinweise auf medizinisch wirksame Bestandteile der Weide. Früher wie heute wird sie auch gerne genutzt, um mit ihrem Wurzelgeflecht Uferböschungen zu befestigen. Aus Ästen der Weide werden bis in die heutige Zeit kunstvolle Haushalts- und Gartenobjekte gefertigt. 


WIESE
Der lieblich daherkommende Scharfe Hahnenfuß, mancherorts auch als „Butterblume“ bezeichnet, ist hochgiftig, insbesondere die Wurzeln. Der Saft der Pflanze kann auf der Haut zu Blasenbildung, Rötung und Schwellung führen. 

Die Kuckuckslichtnelke ist in Feuchtwiesen, Mooren und Sümpfen anzutreffen. Da die Blüten einen tiefen Kelch haben, können nur Schmetterlinge mit ihrem langen Rüssel und langrüsselige Bienen ihren Nektar nutzen. Gartenliebhaber verwenden sie nicht zuletzt wegen ihrer geringen Ansprüche zur Uferbepflanzung an Gartenteichen.  


INSEKTEN
Die Aurorafalter sind strikte Einzelgänger. Sie meiden die Gesellschaft von Artgenossen. Auffallend sind insbesondere die Männchen mit ihren zur Hälfte leuchtend orange gefärbten Vorderflügeln. Die Weibchen sind komplett weiß und werden von daher oft mit anderen weißen Schmetterlingsarten verwechselt. 

Der Eichenheldbock gehört mit seiner Länge von bis zu 53 mm zu den größten Käfern Mitteleuropas. Die Fühler des Männchens können dabei zweimal so lang werden wie der Käfer. Der Eichenheldbock ist in Deutschland vom Aussterben bedroht.  


FISCHE
Der nur noch sehr selten vorkommende Schlammpeitzger gehört zu den sogenannten „Darmatmern“. Er kann nicht nur den Sauerstoff aus dem Wasser über die Kiemen aufnehmen, sondern auch über den Darm beim Luftschlucken an der Wasseroberfläche. Aufgrund dieser Fähigkeit kann er auch eine Weile überleben, wenn Gewässer von Trockenheit bedroht sind.

Der sehr stark gefährdete Europäische Stör kann als erwachsenes Tier nicht nur bis zu 100 Jahre alt und bis zu 5 m lang, sondern auch etwa so schwer wie 5–6 erwachsene Männer zusammen werden. Durch Umweltzerstörung, Flussbegradigung, Schifffahrt und Überfischung ist dieses beeindruckende Tier in seinem Lebensraum fast ausgestorben.


LURCHE
Der Moorfrosch besiedelt bevorzugt feuchte Lebensräume. Ähnlich wie der Grasfrosch legt er Laichballen mit 500 bis 3.000 Eiern in ruhigen Gewässerzonen ab. Die Männchen nehmen in der Laichzeit für ein paar Tage eine intensive Blaufärbung an. 

Neben dem besonderen Kamm haben die Männchen der Kammmolche auch ein perlmutt-silbriges Band an den Schwanzseiten. Der Kammmolch lebt bevorzugt dort, wo er beständig wasserführende Teiche und eine reiche Unterwasservegetation findet. 


VÖGEL
Der Seeadler ist das Wappentier Deutschlands. Die erwachsenen Tiere haben eine Flügelspannweite von fast 2,5 m! Von einem geschützten, meist hoch gelegenen Platz aus kann der Adler stundenlang auf Beute lauern. 

Der Schwarzstorch kommt deutlich seltener vor als der Weißstorch. Er lebt vor allem in Waldgebieten. Mit seiner Flügelspannweite von 2 m hat er eine besondere Flugtechnik entwickelt. Dabei verkleinert er die Flügel, indem er sie in einem Gelenk stark abwinkelt. In der Brutzeit sind die Beine und die Partie um die Augen leuchtend rot gefärbt. 


SÄUGETIERE
Der Fischotter ist ein Einzelgänger und geschickter Jäger im Wasser und an Land. Sein einmaliges Fell wäre ihm fast zum Verhängnis geworden: Noch vor 100 Jahren wurde Fischottern nachgestellt, um ihre kostbaren Pelze zu verarbeiten. Zudem wurden Otter als Schädlinge an Fischteichen stark bejagt. In vielen Teilen Deutschlands gilt der Fischotter nach wie vor als ausgestorben.

Das Große Mausohr wird auch „Riesenfledermaus“ genannt, sie ist die größte Mausohrart in Europa. Die ausgewachsenen Tiere haben eine Flügelspannweite von bis zu 43 cm und wiegen maximal 40 g. In Mitteleuropa kommen die Weibchen mit ihrem Nachwuchs in sogenannten „Wochenstubenkolonien“ zusammen. Diese Kolonien haben eine Größe von 500 bis 5.000 Tieren.