Samtgemeinde Elbtalaue

Hitzacker (Elbe) stellt sich vor

Ein kleiner Stadtspaziergang

Mit diesem „Kleinen Stadtspaziergang“ möchten wir Ihnen Hitzacker vorstellen. Mit Hilfe des Stadtplans (rechts unter "Dokumente zum Thema") können Sie unsere Stadt auf eigene Faust erkunden.

Beginnen Sie ihren Spaziergang am Zwergenbrunnen 1 | D2 und folgen Sie dem Weinbergsweg.

Die Riesenkastanie 2 | D2
Um diesen ehemaligen Kastanienbaum, der zwischen 300 und 400 Jahre alt wurde, ranken sich einige Sagen. Eine davon handelt von einem jungen Mädchen, das während der Zeit der Hexenverfolgung als Hexe bezichtigt und zum Tode durch den Scheiterhaufen verurteilt wurde. Auf dem Weg zum Scheiterhaufen soll sie einen Kastaniensprößling aus der Erde gerissen haben und diesen mit den Wurzeln nach oben in den Boden gesetzt haben. Sie soll die Worte: „So wahr ich keine Hexe bin, wird dieser Baum wachsen“ gesagt haben.
Im Mittelalter hat man Linden als Tanzbäume genutzt; auch die ehemalige Riesenkastanie wurde als Tanzbaum genutzt.
Ende der 90er Jahre musste dieses Wahrzeichen von Hitzacker aus Krankheitsgründen stark zurückgeschnitten werden. Das einstige Naturdenkmal wurde mit Kastaniensprößlingen und Kletterrosen unterpflanzt und man hofft, dass diese in einigen Jahren an Stelle der Riesenkastanie wachsen werden. Zusätzlich wurden zwei, aus Früchten der Riesenkastanie gezogene Abkömmlinge am Fuße des Weinbergs eingepflanzt.

Weinberg  3 | D1
Einer der nördlichsten Weinberge Deutschlands und wahrscheinlich auch der Kleinste, denn jährlich können nur rund 120 Liter gekeltert werden. 1713 vernichtete ein Hagelsturm alle Reben. Erst rund 260 Jahre später wurde wieder Wein in Hitzacker angebaut. 1980 wurden zehn neue Reben gepflanzt und drei Jahre später fand die erste Weinlese seit 1713 statt. Auf dem Weinberg wachsen heute 99 Rebstöcke, aus deren Saft der Hitzacker-Wein: „Hidesacker Weinbergströpfchen“ gekeltert wird“. Die Sorten: überwiegend Müller-Thurgau, Ortega, Kerner, Albalonga, Gutedel und blauer Portugieser, zuletzt wurden Frühburgunder,
Riesling und Silvaner nachgepflanzt. Im Oktober wird in Hitzacker die Weinlese mit der Weinkönigin gefeiert.

Burg auf dem Weinberg 4 | D1
Hier stand wohl die älteste Burg in der Elbtalaue und diese war strategisch besonders bedeutsam. Die erste Bauphase datiert auf das 7. Jahrhundert. Sieben Bauphasen mit unterschiedlicher Bedeutung wurden bei einer Grabung freigelegt. Sie werden im Alten Zollhaus dokumentiert. 1296 vertrieb man hier mit vereinten Kräften der benachbarten Fürsten den Raubritter Riebe.
Als Pfandschloss und sichere Einnahmequelle der Lüneburger diente sie noch für eine Zeit bis sie Mitte des 15. Jh. unbewohnt war und verfiel.

Die Sage von den Zwergen
Einst bewohnten Zwerge den Weinberg. Sie gingen den Einwohnern hilfreich zur Hand. Sie besaßen eine Braupfanne, die für die Bierbrauerei verwendet wurde und die sich die Menschen für besondere Anlässe wie Hochzeiten von den Zwergen ausliehen. Als Dankeschön dafür stellten die Menschen nach dem Gebrauch den Zwergen einen Krug frisch gebrautes Bier und einen Laib frisch gebackenes Brot vor die Zwergenhöhle. Diese Gaben wurden gerne angenommen, denn am nächsten Tag waren sowohl die Braupfanne als auch die Gaben verschwunden.
Eines Tages kam ein Handwerksgeselle vorbei und erblickte die Kanne mit  Bier und das frisch gebackene Brot. Der junge Mann machte sich – nach langer Wanderschaft hungrig und durstig – über diese guten Gaben her und fragte nicht, wem es gehören möge. Als er sich erleichtern wollte, nutzte er die Braupfanne der Zwerge wie es heißt – „undankbar und unverschämt“! Als die verärgerten Zwerge diese „Hinterlassenschaft“ in der Braupfanne entdeckten, beschlossen sie Hitzacker über die Elbe geschwind zu verlassen. Der Fährmann half ihnen zum Entsetzen der Einwohner bei dieser Flucht. Sein Lohn waren in Pferdeäpfeln verborgene Golddukaten. Lange suchte er sie in den Fluten der Elbe, hatte er doch beim Ausfegen der Pferdeäpfel aus dem Kahn zu spät erkannt, dass sie zu Gold wurden und somit der Lohn waren. Seit dieser Zeit wurden die Zwerge nicht mehr gesehen. Wer Glück hat, erblickt zu den Zwergentagen die eine oder andere Zipfelmütze. Seitdem heißen die Hitzackeraner mit Spitznamen „Pannenschieter“.

Sielbauwerk 5 | D1
Im Rahmen des Hochwasserschutzes wurde eine Sielkammer von 15 m Breite und 32,5 m Länge erstellt. Dieses Siel an der Mündung der Jeetzel soll im Hochwasserfall das Eindringen des Elbewassers in die Jeetzel verhindern.

Hochwasserschutzwand
Als Hochwasserschutzelement wurde elbseitig eine 938 m lange Hochwasserschutzwand gebaut. Im Bereich der Marschtorstraße ist die Hochwasserschutzwand 1,20 m hoch. Im Bereich der Altstadt ist eine Erhöhung mittels mobiler Dammbalken auf 1,50 m möglich.

Altes Zollhaus Hitzacker (Elbe) Museum 6 | D2
Das Gebäude, in dem sich das heutige Museum befindet, wurde 1589 erbaut. Damals war das Alte Zollhaus Zollstätte für landwirtschaftliche Güter, die auf Segel- und Treidelschiffen nach Hamburg transportiert wurden, wogegen von Hamburg aus das Wendland und die Altmark mit Gütern wie Eisen, Blei, Gewürzen und Seefisch beliefert wurden. Die Jeetzelstaker transportierten die Ware über die Jeetzel nach Dannenberg, Lüchow und Salzwedel. Ihre Staken waren langstielige Ruderblätter, mit denen sie sich im niedrigen Wasser abstoßen konnten. Seit 1986 dient das Alte Zollhaus als Museum der Stadt Hitzacker (Elbe).

St. Johannis-Kirche  7 | D2
Dieser Kirchenbau wurde bereits im 13. Jh. erwähnt, wahrscheinlich wurde die Kirche schon vor der Verleihung der Stadtrechte 1258 erbaut. Besonders sehenswert sind die bemalten Glasfenster der Kirche. Diese wurden nach dem 1. Weltkrieg im Auftrag von Hitzackeraner Bürgern bemalt. Sie zeigen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament.

Schöpfbauwerk 8 | D2
Das Schöpfwerk hat die Aufgabe im Hochwasserfall bei geschlossenem Sielbauwerk den Abfluss der Jeetzel zu gewährleisten. Das Schöpfwerk Hitzacker erhält 3 Kreiselpumpen mit einer Förderleistung von je 20m3/s, so dass insgesamt 60m3/s in die Elbe gepumpt werden können.

Stadt- und Samtgemeindeverwaltun 9 | D2
Ehemaliges Amtshaus erbaut: 1718 unter König Georg I. Im Park nebenan stand bis 1618 die Residenz Herzog August d. Jüngeren.

Gedächtnisbüste für Prinz-Claus der
Niederlande Jonkherr von Amsberg
10 | D2

Prinz Claus wurde am 6. September 1926 als Claus von Amsberg auf Gut Dötzingen als Sohn des Claus von Amsberg und der Gosta von Amsberg, geborene Freiin von dem Bussche-Haddenhausen, geboren. Prinz Claus verstarb am 6. Oktober 2002 in Amsterdam.

Der Butt 11|  D2
Diese Bronzeskulptur einer Fischgestalt auf dem Marktplatz des Bildhauers Waldemar Nottbohm aus Pussade wurde 1986 eingeweiht. Hintergrund für diese Skulptur ist eine Sage: Man erzählt sich, dass Heinrich von Braunschweig auf Grund der wiederkehrenden Überschwemmungen holländische Deichbauer nach Hitzacker bestellen ließ, um einen Deich um die Stadtinsel zu bauen. Zu dieser Zeit gab es Nixen und andere Wesen, die durch diesen Deich von der Stadtinsel vertrieben wurden. Dies erzürnte den großen Butt (De grode Butt): das Fabelwesen zerstörte den Deich, überflutete Land, ließ Menschen ertrinken und zerstörte Deiche und Boote. Um den Flussbewohner zu versöhnen brachten die Menschen Opfer dar.
An die Bronzeskulptur ist eine Plakette angebracht auf der steht: „Denk mal an die Elbe und die Fische“. Es ist als stille Mahnung zu verstehen. Der Butt steht als Symbol für Natur, Umwelt und Leben.

Drawehnertor-Schenke 12 | D2
Ältestes Gasthaus Hitzackers. 1635 erbaut, seit 1705 Gaststätte.

Archäologisches Zentrum Hitzacker 
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Seit den 60er Jahren wurden bei Ausgrabungen zahlreiche archäologische Funde gemacht, die eine Besiedlung Hitzackers bereits seit 2200 v. Chr. belegen. Diese Funde führten schließlich 1990 zur Gründung des ersten Freilichtmuseums der Bronzezeit Deutschlands. Im Rahmen von Aktionsprogrammen und Führungen kann der Besucher erfahren und nachvollziehen wie die Menschen damals gelebt haben.
 

Ansprechpartner
Stadt Hitzacker (Elbe) Der Bürgermeister Herr Holger Mertins 05861/8080 05861/808-800 E-Mail senden...